Der Countdown läuft: Das Gesetz tritt in Kraft
28. Juni 2025
Ab diesem Datum müssen neue digitale Produkte & Dienstleistungen in der EU barrierefrei sein.
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Deutschland und das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) in Österreich setzen die EU-Richtlinie um und betreffen zahlreiche Online-Angebote, die sich an Verbraucher richten.
Wer ist grundsätzlich betroffen?
Digitale Dienstleistungen
Alle Online-Interaktionen, bei denen Verbraucher Verträge abschließen können:
- 🛒 Online-Shops & E-Commerce
- 📅 Online-Terminbuchungen
- 💳 Bank- & Finanzdienstleistungen
- 🎟️ Ticket- und Reiseportale
Digitale Produkte
Hardware und Software, die von Verbrauchern genutzt wird:
- 💻 Computer & Betriebssysteme
- 📱 Smartphones & Tablets
- 📖 E-Book-Reader
- 🏧 Selbstbedienungsterminals
Die wichtige Ausnahme für Kleinstunternehmen
Sowohl in Deutschland als auch in Österreich gibt es eine entscheidende Erleichterung für die kleinsten Wirtschaftsakteure, die *Dienstleistungen* anbieten.
< 10
Mitarbeiter
< 2 Mio. €
Jahresumsatz ODER Bilanzsumme
Erfüllt Ihr Unternehmen **beide** Kriterien, sind Ihre **Online-Dienstleistungen** von der gesetzlichen Pflicht zur Barrierefreiheit ausgenommen. Dies gilt für die meisten Ein-Personen-Unternehmen und kleine Online-Shops.
Ihr Online-Umsatz im Verhältnis zur gesetzlichen Grenze
Ein Jahresumsatz von unter 30.000 € aus dem Online-Geschäft liegt weit unter der 2-Millionen-Euro-Schwelle. Das macht die Inanspruchnahme der Ausnahme sehr wahrscheinlich.
Freiwillig barrierefrei: Ihr strategischer Vorteil
Auch ohne gesetzliche Pflicht ist Barrierefreiheit eine der klügsten Investitionen in die Zukunft Ihres Unternehmens. Sie profitieren vierfach:
1. Erweiterte Marktreichweite
Machen Sie Ihre Angebote für ca. 15-20% der Bevölkerung zugänglich, die mit dauerhaften, temporären oder situativen Einschränkungen leben. Das sind mehr potenzielle Kunden.
2. Besseres Google-Ranking (SEO)
Viele Kriterien für Barrierefreiheit, wie eine klare Struktur, Alternativtexte für Bilder und saubere Links, sind auch für Suchmaschinen entscheidend. Barrierefreiheit ist technisches SEO.
3. Gesteigerte Nutzerfreundlichkeit (UX)
Klare Navigation, gute Lesbarkeit und einfache Bedienung kommen allen Nutzern zugute, nicht nur Menschen mit Behinderungen. Das Ergebnis: höhere Zufriedenheit und bessere Konversionsraten.
Zufriedene Kunden für alle
4. Positives Markenimage & Zukunftssicherheit
Zeigen Sie soziale Verantwortung und positionieren Sie Ihre Marke als modern und inklusiv. Damit bauen Sie Vertrauen auf und sind für zukünftige Gesetzesänderungen bestens gerüstet.
Vertrauen und Stärke für Ihre Marke
Ihr Action-Plan: Freiwillige Maßnahmen mit großer Wirkung
Beginnen Sie mit diesen einfachen, aber effektiven Schritten, die auf den international anerkannten WCAG 2.1 AA Standards basieren.
👁️ Klare Inhalte & Texte
- Einfache und klare Sprache verwenden
- Logische Überschriften-Struktur (H1, H2,...)
- Ausreichender Farbkontrast (mind. 4.5:1)
🖼️ Bilder & Multimedia
- Aussagekräftige Alternativtexte für Bilder
- Untertitel und Transkripte für Videos
- Keinen wichtigen Text in Bildern verstecken
⌨️ Navigation & Interaktion
- Vollständige Bedienbarkeit per Tastatur
- Sichtbarer Fokus auf dem aktiven Element
- Beschreibende Link-Texte ("Mehr lesen" vermeiden)
📝 Formulare & Prozesse
- Klare Beschriftungen (Labels) für alle Felder
- Verständliche Fehlermeldungen mit Hilfestellung
- Einfacher und logischer Bestellprozess
📱 Technische Grundlagen
- Responsives Design für alle Geräte
- Korrekte Sprachauszeichnung (lang="de")
- Sauberer, semantischer HTML-Code
🤝 Service & Kommunikation
- Alternative Kontaktwege anbieten (z.B. Chat)
- Barrierefreiheitserklärung veröffentlichen
- Feedback-Möglichkeit für Barrieren schaffen